Savasana – Die schwerste und fortgeschrittenste Asana überhaupt

Die letzten Wochen ist mir im Unterricht mal wieder aufgefallen, wie schwer es den meisten fällt, richtig los zu lassen und zu entspannen. Die Tiefenentspannung Savasana (auch Totenhaltung genannt) scheint mir tatsächlich das Meisterstück in der Yogapraxis zu sein.

Schon das flache Liegen auf dem Rücken ist für viele nicht möglich. Es werden Kissen unter den Kopf oder unter die Knie gelegt, die Beine werden aufgestellt etc. Natürlich sind das Dinge, die ich im Unterricht anbiete: „Mach es Dir bequem. Achte darauf, dass Du entspannt liegen kannst und dass es nirgends zwickt. Stelle die Beine auf, falls es im unteren Rücken unangenehm ist. Decke Dich zu, wenn es Dir kühl ist.“ Ist das nun Gewohnheit oder Bequemlichkeit oder soll das ganze Equipment (Decken, Kissen etc.) einfach Schutz bieten???

Hast Du schon mal versucht, einfach flach und bewegungslos auf dem Rücken zu liegen?

Yoga bedeutet auch „Einfachheit“. Yoga sollte simpel sein. Wir sollten praktizieren können ohne viel Schnick-Schnack, immer und überall. Diese Abhängigkeit von den materiellen Dingen gehört nicht zum Yoga. Für mich spiegelt Savasana genau das: ich lege mich hin, so wie ich bin, muss mich um nichts weiter kümmern, brauche nichts weiter als meinen Körper. Ich lasse all die Dinge um mich herum los, so kommt mein Geist zur Ruhe.

Entspannung, Stille, Frieden! IMG_8734klein

An kühleren Tagen habe ich natürlich eine Decke griffbereit, die ich in wenigen, achtsamen Bewegungen über mir ausbreite 😉

Bewusst spannen wir den ganzen Körper nochmal an, damit wir dann vollkommen los lassen können. Danach sollten wir bewegungslos und absolut still werden. Jede Bewegung holt den Körper aus der Tiefenentspannung und damit aus dem Prozess der Selbstheilung heraus. Gleichmütig sollten wir es auch mal aushalten, wenn uns etwas kitzelt oder die Decke einen Fuß nur halb abdeckt. Savasana bedeutet auch, sich von diesen äußeren Phänomenen zu lösen, ihnen keine Beachtung zu schenken, es auch mal gut sein zu lassen. Auf die äußere Welt zu reagieren und uns von ihr lenken zu lassen ist das, was wir üblicherweise den ganzen Tag machen. In Savasana wollen wir nach innen gehen und ganz wach und bewusst in UNS verweilen, weg vom außen. Das bedeutet auch, nicht einzuschlafen. Sicher ein weiterer Punkt, der vielen schwer fällt.

Worauf kommt es denn nun an?
1. Die Körperrückseite liegt flach auf der Matte
2. Beine gerade, aber nicht angespannt, etwa 1/2 Meter auseinander
3. Die Zehen sind entspannt und fallen zur Seite
4. Arme mit etwas Abstand neben dem Körper
5. Hände entspannt und Handflächen nach oben gedreht
6. Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule
7. Augen sanft geschlossen und tiefer in die Augenhöhlen sinken lassen
8. Versuchen, nicht auf externe Aktivitäten zu reagieren
9. Atmung ist ruhig und immer durch die Nase
10. Bleibe im gegenwärtigen Moment und genieße

Probiere es aus und „meistere“ Savasana, die schwerste und fortgeschrittenste Asana überhaupt 🙂

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